Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


10.01.2017 - Der erste Eindruck

Der erste Eindruck ist nicht zu unterschätzen. Blitzschnell wird geprüft, bewertet, entschieden – ganz gleich, ob es sich nun um die erste Begegnung mit einem fremden Menschen, um das Erleben eines Ereignisses oder das Kennenlernen einer Sache/eines Gegenstandes handelt. Die ersten Sekunden zählen. Sie sind die Basis für das weitere Vorgehen.

Kinder unterliegen sehr oft ersten Eindrücken. Das hängt schlicht und einfach mit ihrem Alter und der noch geringen Lebenserfahrung zusammen. Je älter sie werden, desto eher können sie auf Kenntnisse aus der Vergangenheit zurückgreifen, Vergleiche anstellen oder abwägen, wie wichtig ihnen der erste Eindruck ist.

Aber Vorsicht! Manchmal täuscht er auch und hat keineswegs Anspruch auf hundertprozentige Korrektheit. So könnte sich beispielsweise eine anfangs zurückhaltende Person im Laufe der Zeit als „stilles Wasser“ die bekanntlich tief sind, erweisen und ungeahnte Überraschungen bereithalten, während der durch Präsenz und Aktivität herausragende Typ auf lange Sicht evtl. oberflächlich und fahrig daherkommt.

Etwas, das man zum ersten Mal erlebt, nehmen wir den Tag der Einschulung, hinterlässt zweifellos einen tiefen Eindruck und ist für die meisten von uns unvergesslich. Doch die nächsten Schuljahre werden dann rasch Teil des grauen Alltags.

Um uns einen möglichst guten ersten Eindruck von Gegenständen zu bereiten, gibt die Werbeindustrie alles. Oft sieht die Verpackung verlockend aus und lässt uns neugierig auf ihren Inhalt werden. Aber wenn wir nachschauen, was drinnen ist, kommt nicht selten die Ernüchterung.

Es gibt keine Garantie dafür, mit dem ersten Eindruck immer richtig zu liegen. Man kann nur auf seine innere Stimme hören, neugierig bleiben und sich auch mal auf ein Wagnis einlassen. Vielleicht wird man dann angenehm überrascht – nicht nur vom anderen Menschen, einem Ereignis, dem man skeptisch gegenüberstand oder einer Sache, nein, auch von sich selber. Denn er ist nicht alles, dieser ominöse erste Eindruck.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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