Marina Frank - Vielseitig!

Ein katalanischer Sommer
Kommen Sie mit auf eine Reise in die katalanische Metropole Barcelona
Ein Buch über Liebe, Schuld und Abenteuerlust

Mehr Infos Bestellen

Tödliches Geschenk
Eine Familien-Idylle wird zerstört. Eine neue Niere muss gefunden werden. Und plötzlich wird auch noch ein Kind entführt...
Der ungewöhnliche Krimi zum Thema Organspende

Mehr Infos Bestellen

Esperanza

Zehn Kurzgeschichten von
Hoffnung und Liebe, Mut und Zuversicht

Geschichten, die berühren und zu Herzen gehen!

Mehr Infos Bestellen
Bootstrap Slider
Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


03.09.2014 - Der Goldene Moment

Wenn morgens um sechs Uhr in der Früh der Wecker klingelt und Sie aus dem Tiefschlaf reißt...
Wenn es selbst im Hochsommer nicht hell werden will, weil dicke graue Regenwolken am Himmel hängen und der Sonne den Weg versperren…
Wenn Sie es irgendwie geschafft haben, aus dem warmen Bett zu steigen und in der Küche Kaffee aufsetzen, aber zu spät feststellen, dass der Papierfilter fehlt…
Wenn Sie unter der Dusche stehen, die Haare voller Shampoo und es gibt kein warmes Wasser zum Ausspülen des Schaumes…
Wenn Ihre Kaffeetasse zerspringt und sich die ganze Brühe über Ihr neues Seidentuch – ein Geschenk des/der Liebsten – ergießt…
… dann kann der Tag kommen! Er kann ja nur noch besser werden!

Jeder von uns kennt solche „gebrauchten Tage“, an denen einfach alles schiefgeht. Das Dumme ist nur, dass man meint, den Anderen passiert so etwas nie.

Was tun? Ich sage es Ihnen: Jeder Tag, möge er auch noch so verquer verlaufen, hält einen goldenen Moment bereit: ein herrlicher Duft, ein schöner Klang, eine sanfte liebevolle Berührung. An jedem einzelnen Tag geschieht etwas Wunderbares. Was das genau ist, entscheiden Sie allein. Es kann eine nette Begegnung sein. Vielleicht schenkt Ihnen jemand ein Lächeln oder hält Ihnen die Tür auf. Es wäre auch möglich, dass sie für einen älteren Menschen ihren Sitzplatz im Bus freimachen und das befriedigende Gefühl verspüren, etwas Gutes getan zu haben. Stellen Sie sich mal vor, wie schön es ist, wenn die Sonne doch noch die dicken Regenwolken durchbricht und alles in einem hellen Glanz erstrahlt. Vielleicht blüht irgendwo eine schöne Blume oder sie beobachten im Vorübergehen ein Baby, das zufrieden in seinem Kinderwagen liegt und schläft.

Die Liste ist lang. Es geht darum, die goldenen Momente zu erkennen und sie festzuhalten. Sie sind eine Kraftquelle, machen Spaß, geben Halt, können amüsant sein, befreiend und herzerfrischend. Und was soll ich Ihnen sagen, sie kommen meistens unerwartet. Man kann sie nicht herbeirufen. Die echten goldenen Momente entstehen aus dem Augenblick heraus. Sie sind nicht planbar. All das macht sie so wertvoll und besonders. Sie sind ein Geschenk. Wir brauchen es nur zu nehmen. Jeder Tag hält eines für uns bereit. Und wenn man darauf achtet, kann man ihn leicht entdecken, den Goldenen Moment.

Ihre Marina Frank


Vorheriger Beitrag vom 27.08.2014
Man kann ja mal drüber nachdenken...


RSS-Feed zum Blog von Marina Frank Klicken Sie links auf das RSS-Feed-Symbol, um den Blog von Marina Frank zu abonnieren. So verpassen Sie keinen neuen Eintrag!



Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe