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10.12.2017 - Die Freunde in die Tasche stecken

Die Freunde in die Tasche stecken. Wozu soll das gut sein? Eigentlich sagt man doch: „Jemanden in die Tasche stecken“ und meint damit, ihn zu besiegen, etwa im Sport oder beim Kartenspiel.

Mir ist neulich ein ganz anderer Gedanke in den Sinn gekommen: Ich möchte meine Freunde in die Tasche stecken, aber nicht um sie kleinzumachen, sondern, um sie immer und jederzeit bei mir zu haben. Und das geht so:

Man nimmt sich ein Blatt Papier und schreibt von Hand die Namen lieber, wirklich lieber Menschen auf. Es können Familienmitglieder oder Freunde sein, Personen vielleicht, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, aber die einem immer noch etwas bedeuten. Genauso gut kann es sich um Jemanden handeln, den man gar nicht persönlich kennt und den man trotzdem bewundert oder verehrt. Vorbilder sind ebenfalls auf der Namensliste willkommen, wenn es Ihnen gefällt. Hauptsache, sie machen, dass es einem bessergeht, wenn man an sie denkt. Diese Namensliste muss nicht lang sein. Viel wichtiger ist, wer darauf verewigt wird.

Wenn Sie damit fertig sind, stecken Sie das nun besonders wertvolle Papier in die Tasche und tragen es mit sich herum. Immer, wenn Ihnen danach ist, ziehen Sie es hervor und schauen darauf. Das macht Freude und gibt Ihnen ein gutes Gefühl.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei, Ihre Freunde in die Tasche zu stecken.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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