Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


05.05.2017 - Durchhalten

Wenn es darum geht, durchzuhalten, befinden wir uns eigentlich immer in einer unbefriedigenden Situation. Wir wollen sie abwenden, haben aber in der Regel keinen direkten Einfluss auf das Resultat. Denken Sie nur an die Wohnungs- oder Jobsuche. Man kann sich noch so sehr darum bemühen, den potentiellen Vermieter, beziehungsweise den Arbeitgeber von sich zu überzeugen – letzten Endes entscheiden andere, ob der Wunsch nach einer wohnlichen oder beruflichen Veränderung in Erfüllung geht.

Bei negativen Rückmeldungen heißt es dann, „am Ball bleiben“ und weitermachen. Nun sind Ausdauer und Geduld gefragt, denn nur wer sein Ziel im Auge behält, wird es eines Tages auch erreichen.

Durchzuhalten hat mit Aushalten zu tun. Besonders von schwerkranken Menschen fordert es viel Kraft. Ich staune immer wieder darüber, welche Energie, welchen Mut und welchen Lebenswillen sie aufbringen, um den Kampf gegen ihr schlimmes, oft mit Ängsten und starken Schmerzen verbundenes Schicksal aufzunehmen.

Auch der Verlust durch den Tod eines lieben Menschen und die Trauer um ihn zwingen uns dazu, durchzuhalten, und zwar spätestens dann, wenn wir feststellen, dass das Leben weitergeht und wir trotz großem Kummer irgendwann wieder „funktionieren“ müssen.

Im Sport zahlt es sich aus, durchzuhalten. Wer schon mal einen Marathon gelaufen ist und die Ziellinie tatsächlich erreicht hat weiß sehr genau, wovon ich rede. Und das ist noch nicht alles, denn vor der Bewunderung durch die Familie, Kollegen, Nachbarn und Freunden, die einem auf jeden Fall sicher ist, liegen lange Tage und Wochen des harten Trainings – und das nicht selten bei Kälte und Regen.

Ehrgeiz, Hoffnung und Zuversicht erleichtern es uns, durchzuhalten. Wäre dem nicht so, müsste man aufgeben. Auch wenn es noch so unangenehm ist, kann es also sinnvoll sein und sich am Ende lohnen, durchzuhalten.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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