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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


05.05.2017 - Durchhalten

Wenn es darum geht, durchzuhalten, befinden wir uns eigentlich immer in einer unbefriedigenden Situation. Wir wollen sie abwenden, haben aber in der Regel keinen direkten Einfluss auf das Resultat. Denken Sie nur an die Wohnungs- oder Jobsuche. Man kann sich noch so sehr darum bemühen, den potentiellen Vermieter, beziehungsweise den Arbeitgeber von sich zu überzeugen – letzten Endes entscheiden andere, ob der Wunsch nach einer wohnlichen oder beruflichen Veränderung in Erfüllung geht.

Bei negativen Rückmeldungen heißt es dann, „am Ball bleiben“ und weitermachen. Nun sind Ausdauer und Geduld gefragt, denn nur wer sein Ziel im Auge behält, wird es eines Tages auch erreichen.

Durchzuhalten hat mit Aushalten zu tun. Besonders von schwerkranken Menschen fordert es viel Kraft. Ich staune immer wieder darüber, welche Energie, welchen Mut und welchen Lebenswillen sie aufbringen, um den Kampf gegen ihr schlimmes, oft mit Ängsten und starken Schmerzen verbundenes Schicksal aufzunehmen.

Auch der Verlust durch den Tod eines lieben Menschen und die Trauer um ihn zwingen uns dazu, durchzuhalten, und zwar spätestens dann, wenn wir feststellen, dass das Leben weitergeht und wir trotz großem Kummer irgendwann wieder „funktionieren“ müssen.

Im Sport zahlt es sich aus, durchzuhalten. Wer schon mal einen Marathon gelaufen ist und die Ziellinie tatsächlich erreicht hat weiß sehr genau, wovon ich rede. Und das ist noch nicht alles, denn vor der Bewunderung durch die Familie, Kollegen, Nachbarn und Freunden, die einem auf jeden Fall sicher ist, liegen lange Tage und Wochen des harten Trainings – und das nicht selten bei Kälte und Regen.

Ehrgeiz, Hoffnung und Zuversicht erleichtern es uns, durchzuhalten. Wäre dem nicht so, müsste man aufgeben. Auch wenn es noch so unangenehm ist, kann es also sinnvoll sein und sich am Ende lohnen, durchzuhalten.

Ihre Marina Frank


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Esperanza - Leseprobe gefällig?

Hier ein kurzer Auszug aus der Geschichte „Das Ziel“:

Marlene wollte den Hamburg-Marathon mitlaufen. Es waren noch drei Wochen bis zum letzten Sonntag im April, dem Tag, an dem das städtische Großereignis jedes Jahr stattfand. Sie fieberte dem Termin entgegen und konnte es kaum erwarten, die 42,195 km lange Strecke in Angriff zu nehmen. Allein für den Versuch erntete Marlene in ihrem Freundeskreis große Bewunderung. Man blickte zu ihr auf und machte ihr Mut.

»Du packst das!«, sagten die Leute. »Unsere Marlene! Wenn nicht du, wer dann? Wir drücken dir die Daumen. Was soll da schon schiefgehen?«

Irgendwann wurde ihr das Gerede zu viel. Für Marlene sah es beinahe so aus, als schmückte sich manch einer damit, jemanden persönlich zu kennen, der am Marathon teilnahm. Dieser Eindruck befremdete sie und sie beschloss, keinen weiteren Gedanken mehr daran zu verschwenden. Alles, was sie wollte, war eine möglichst gute Vorbereitung, um eine ausgezeichnete Zeit zu laufen. Dass jedes Jahr tausende Zuschauer am Straßenrand standen, die den Sportlern auf der Strecke zujubelten – also dieses Mal auch ihr – war für sie Ansporn genug.

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe