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20.05.2015 - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Diesen Satz kennen wir alle.

Bilder bestimmen unser Leben. Wir sind überall von ihnen umgeben. Sei es im Fernsehen, am Computer, in Zeitschriften und Büchern, in unserer realen Welt oder in der Fantasie. Selbst im Schlaf tauchen sie als Träume vor unserem inneren Auge auf. Ob in schwarzweiß oder in Farbe. Sie sind immer da.

Als Fotos lassen sie Erinnerungen an früher aufleben, als Filme erzählen sie bildhaft Geschichten.

Auf Leinwand gebannt erlangt eine Abbildung, wenn auch nur selten, ungeahnte Werte und der Maler wird unsterblich. Ob einem das Kunstwerk gefällt, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.

Unsere Sprache enthält unzählige bildhafte Ausdrücke und Redewendungen, zum Beispiel:

Er ist stark wie ein Bär.

Sie strahlt wie ein Engel.

Selbst Gerüche, Düfte und Geräusche erzeugen Bilder in uns. Der Geruch nach frischer Landluft lässt viele an grüne Wiesen mit weidenden Kühen darauf denken. Ein duftender Apfelkuchen, der gerade aus dem Ofen kommt, versetzt den Einen oder die Andere in Mutters Küche. Selbst wenn der Besuch bei ihr ewig lange her ist, wird er bzw. sie sich noch detailgetreu an die Kücheneinrichtung erinnern. Geräusche, zum Beispiel Musik, lassen Bilder in uns entstehen. Sie können alt oder neu sein.

Bilder sind oft mit Emotionen verbunden. Die Werbebranche macht sich das zu Nutze. Farben, Formen, alles spielt eine Rolle.

Wir sind ständig dabei, uns von etwas ein Bild zu machen. Es gibt solche mit positiven und welche mit negativen Inhalten. Um der Seele nicht zu schaden, sollte immer eine Balance zwischen beiden Aspekten bestehen.

Die Realität kann manchmal knallhart sein. In der Tagesschau und vergleichbaren Nachrichtensendungen werden wir mit schrecklichen Bildern konfrontiert. Die Realität kann aber auch wunderschön sein. Ein Urlaubsbild, das Sie sich als Vergrößerung an die Wand gehängt haben, ein lieber Mensch, der im Nebenzimmer auf dem Sofa liegt und friedlich schläft. All das macht unser Leben mit den Bildern aus.

Für Ihr seelisches Gleichgewicht wünsche ich Ihnen viele schöne Bilder. Sie wissen ja: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Ihre Marina Frank


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Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe