Marina Frank - Vielseitig!

Ein katalanischer Sommer
Kommen Sie mit auf eine Reise in die katalanische Metropole Barcelona
Ein Buch über Liebe, Schuld und Abenteuerlust

Mehr Infos Bestellen

Tödliches Geschenk
Eine Familien-Idylle wird zerstört. Eine neue Niere muss gefunden werden. Und plötzlich wird auch noch ein Kind entführt...
Der ungewöhnliche Krimi zum Thema Organspende

Mehr Infos Bestellen

Esperanza

Zehn Kurzgeschichten von
Hoffnung und Liebe, Mut und Zuversicht

Geschichten, die berühren und zu Herzen gehen!

Mehr Infos Bestellen
Bootstrap Slider
Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


18.06.2015 - Entschuldigung

Entschuldigung, dieses Wort hat es in sich.

Als Kinder lernen wir, dass man sich beim Anderen für fieses, schlechtes, ungerechtes, unangebrachtes Verhalten ihm gegenüber zu entschuldigen hat. Einfach zuschlagen geht nicht. Jemanden anzuschreien erfordert eine Entschuldigung. Dem anderen Kind etwas wegzunehmen, ist verboten. Auch dafür muss man sich entschuldigen. Wer das nicht gelernt hat, wird in seinem späteren Leben immer versuchen, es zu vermeiden.

Sich zu entschuldigen, fällt meist denjenigen schwer, die über kein besonders ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen. Wer unsicher ist und sich nicht in seiner eigenen Mitte befindet, gesteht nur ungern einen Fehler ein. Genau darum handelt es sich bei einer Entschuldigung. Man gibt zu, etwas Unrechtes, Falsches, Schlechtes zum Nachteil eines anderen Menschen getan zu haben. Als Kind wäre man wahrscheinlich dafür bestraft worden. Auch im Erwachsenenalter geht es auch nicht immer ohne Sanktionen, aber eine Entschuldigung verringert oftmals die Härte, beispielsweise vor Gericht.

Unsichere Personen neigen dazu, sich durch gute Taten oder hervorragende Leistungen bei anderen beliebt machen zu wollen. Das ist ein von Kindheit an erlerntes Verhalten. Sich für eine schlechte Tat entschuldigen zu müssen, bedeutet für jemanden mit einem geringen Selbstbewusstsein auf ganzer Linie versagt zu haben und keine Liebe zu verdienen. Die Person wird es tunlichst vermeiden, ihren Fehler einzugestehen und evtl. sogar dagegen ankämpfen.

Sich zu entschuldigen kann man glücklicherweise auch im Erwachsenenalter noch erlernen!

Im Gegensatz zu demjenigen, dem es schwerfällt, gibt es Personen, die sich ständig entschuldigen, selbst wenn sie gar nichts dafür können. Sie fühlen sich für alles, was schief gehen könnte, verantwortlich. Dieses Extrem ist ebenso wenig wünschenswert. Es zeugt von einem geringen Selbstbewusstsein.

Wer meint, die Schuld an allem zu tragen, sucht nach Bestrafung. Es fällt ihm unendlich schwer, sich selber zu lieben. Sein Ziel ist die eigene Kränkung, Verletzung, die Selbstgeißelung. Aber nicht nur das: Dieser Mensch geht für andere durchs Feuer oder wirft sich in den Staub, um geliebt zu werden. Vielleicht hat er nur auf diese Weise als Kind von den Eltern Liebe erfahren? Auch er kann lernen, dass es anders geht.

Ihre Marina Frank


Vorheriger Beitrag vom 11.06.2015
Neues aus der Schreibstube

Nächster Beitrag vom 25.06.2015
Ich will …

RSS-Feed zum Blog von Marina Frank Klicken Sie links auf das RSS-Feed-Symbol, um den Blog von Marina Frank zu abonnieren. So verpassen Sie keinen neuen Eintrag!



Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe