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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


31.05.2016 - Freiräume

Ein jeder von uns braucht seinen Freiraum und das ist auch gut so. Dies wird besonders deutlich, sobald man zu den Stoßzeiten mit dem Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, denn es bleibt nicht aus, dass viele Leute wenig Platz miteinander teilen müssen. Wer es eilig hat, drängelt und schiebt, verletzt die Regeln, überschreitet Grenzen und wird so automatisch zum Streithammel. Je häufiger der eigene Freiraum beschnitten wird, desto eher liegen die Nerven blank. Die Folge sind heftige Auseinandersetzungen, ob verbal oder durch Gesten, wie den Stinkefinger. Nicht selten kommt es sogar zu Handgreiflichkeiten. Auf jeden Fall sind immer unterschiedliche Bedürfnisse einzelner oder von Gruppen im Spiel.

Eine ganz spezielle Herausforderung stellen in meinen Augen die vielen Touristen, die jährlich an die Strände streben, dar. Sie liegen dort zu tausenden auf engstem Raum zusammen, Handtuch an Handtuch, wie die Ölsardinen in der Dose. Wer Platz braucht, sollte diese Orte meiden.

Es kommt immer häufiger zu Nachbarschaftsstreit. Das liegt unter anderem auch daran, dass eine gewisse Rücksichtnahme fehlt und sich die Leute in ihren Freiräumen eingeschränkt fühlen, weil der/die Andere seine/ihre ganz persönlichen Bedürfnisse auslebt, etwa, durch lautes Musikhören oder Rasenmähen. Wir wohnen nun mal recht eng beieinander. Spannungen bleiben da leider manchmal nicht aus.

Die meisten von uns stehen unter einem enormen Zeitdruck. Auch das engt uns ein und lässt unseren Tagesablauf immer straffer werden. Wenn Freiräume für Pausen oder Tagträume wegfallen, kommen wir irgendwann an unsere Grenzen. Dann geschieht es manchmal, dass einige von uns übers Ziel hinausschießen und nun erst recht besonders viel Freiraum für sich fordern. Sie drängen ohne Rücksicht auf andere in den Vordergrund, ein absolutes No-Go.

Jeder Mensch ist ein Individuum, will sich entfalten, ausleben, er/sie selber sein. In der Anonymität der Masse und durch den Leistungsdruck in der Schule, dem Studium, der Ausbildung und am Arbeitsplatz wird das nur leider immer schwieriger. Umso wichtiger ist es, sich selber eigene Freiräume zu verschaffen. Kreativität, Fantasie oder ein Hobby, das es einem ermöglicht, sich zu verwirklichen, sind hier eine hervorragende Grundlage.

Ich persönlich habe mich fürs Schreiben entschieden und es noch nie bereut. In meinen Geschichten, Büchern und selbst hier im Blog kann ich meine Gedanken frei zum Ausdruck bringen und diese mit Ihnen teilen. Das finde ich wunderbar.

Vielleicht sind Sie musikalisch, zeichnerisch begabt oder handwerklich eine Wucht? Dann los! Erobern Sie sich Ihren ganz persönlichen Freiraum! :-)

Ihre Marina Frank


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Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe