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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


26.01.2016 - Gewohnheiten

Gewohnheiten hat jeder von uns. Bei dem einen sind sie stärker ausgeprägt als beim anderen. Ohne diese sich ständig wiederholenden Verhaltensweisen würde uns etwas fehlen.

Gewohnheiten sorgen dafür, dass man sich wohlfühlt. Sie geben Sicherheit und geschehen oftmals unbewusst. Erst wenn jemand darauf aufmerksam gemacht wird, dass er/sie beispielsweise immer vor dem Schlafengehen noch ein Glas Milch mit Honig trinkt, kommt die Antwort:

„Das bin ich so gewohnt.“

Gewohnheiten machen einen Teil unserer Persönlichkeit aus. Menschen, die besonderen Wert auf strukturierte Abläufe legen, neigen eher zu immer denselben Verhaltensweisen als diejenigen, denen es schnell langweilig wird. Solange jeder sich dabei wohlfühlt, sind beide Varianten okay.

An manche Dinge gewöhnt man sich nie, an andere dafür umso leichter. Ich staune immer wieder darüber, wie rasch eine neue Verhaltensweise, die uns sinnvoll zu sein scheint, zur Gewohnheit werden kann. Das gleiche gilt auch für schreckliche oder gar abstoßende Bilder und Tatsachenberichte wie in der Tagesschau. An Kriegsnachrichten aus Syrien haben wir uns inzwischen doch alle gewöhnt … leider!

Mit seinen Gewohnheiten sollte man es nicht übertreiben. Flexibilität ist gerade heutzutage stärker gefragt denn je. Aber wie sehr wir auf unsere kleinen Gewohnheiten angewiesen sind, merken wir erst, wenn uns etwas aus dem Alltag herausreißt, ein Krankenhausaufenthalt beispielsweise.

Also pflegen Sie Ihre liebgewonnenen Gewohnheiten. Ich tue es auch.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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