Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


25.06.2015 - Ich will …

Ich will, … und zwar immer das, was ich gerade nicht habe. An freien Tagen könnte ich mir gut vorstellen, zu arbeiten und umgekehrt. Wenn Schokolade oder Lakritz im Haus sind, ist mein Verlangen danach gar nicht mehr so groß, aber wehe, sie fehlen. Dann dreht sich alles um diese süßen Sachen.

Woher kommt das?

In der heutigen Zeit geht es eigentlich ständig ums Haben. Wir alle streben danach, möglichst vieles zu bekommen und zu haben, seien es Dinge, Zeit oder die Aufmerksamkeit anderer Leute.

Etwas zu besitzen und es auch noch sein Eigentum nennen zu können, fühlt sich in der Regel gut an. Ist doch toll, wenn man sagen kann: „Dieses Auto gehört mir.“ Oder: „Das hier ist meine Wohnung, mein Haus, mein Boot … “

Eigentum wird erst dann zu einem Problem, wenn man es plötzlich erhält und damit überfordert ist, weil man es nicht angemessen zu handhaben weiß, eine unerwartete Erbschaft etwa oder ein Lottogewinn. Aber dieses „Problem“ haben wohl nur die wenigstens von uns.

"Haste was, biste was.“ Das ist die Devise.

Und dafür, dass unsere Wünsche, etwas zu haben, nie aufhören, sorgt die Werbung schon. Sie gaukelt uns tagtäglich vor, wie wichtig es ist, sich unnützes Zeug anzuschaffen, um auf diese Weise den eigenen gesellschaftlichen Status zu definieren.

Was man auf gar keinen Fall tun sollte, ist, zu vergleichen. Das Gras beim Nachbarn wird einem immer grüner vorkommen, als der eigene Rasen. Die Äpfel vom Baum nebenan schmecken bestimmt besser. Sie sind ja von fremdem Terrain.

Wer hat denn heute noch Zeit?

Mit dem kann ja etwas nicht stimmen! Keine Zeit zu haben und sich darüber zu beklagen, ist in. Im Stress zu sein, kommt gut an. Es zeigt anderen Leuten, dass man gebraucht wird und dass man unersetzlich ist.

Vielleicht sollte man sich aber auch mal die Frage stellen, was man mit der Zeit anfangen würde.

Aufmerksamkeit

Jeder will sie haben. Alle buhlen darum, ob im Internet, im Fernsehen oder im Privatleben. Sie tut gut und macht Spaß. Nur negative Aufmerksamkeit, wie Mobbing oder einen Shitstorm oder andersartige Beschimpfungen will niemand. Eigentlich logisch.

Auch ich freue mich über Ihre Aufmerksamkeit und darüber, dass Sie ein wenig Zeit für diesen Blogeintrag hatten. Wenn Sie nun auch noch mein Buch: „Tödliches Geschenk“ haben möchten ... :-)

Ihre Marina Frank – manchmal ein wenig ironisch


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Esperanza - Leseprobe gefällig?

Hier ein kurzer Auszug aus der Geschichte „Das Ziel“:

Marlene wollte den Hamburg-Marathon mitlaufen. Es waren noch drei Wochen bis zum letzten Sonntag im April, dem Tag, an dem das städtische Großereignis jedes Jahr stattfand. Sie fieberte dem Termin entgegen und konnte es kaum erwarten, die 42,195 km lange Strecke in Angriff zu nehmen. Allein für den Versuch erntete Marlene in ihrem Freundeskreis große Bewunderung. Man blickte zu ihr auf und machte ihr Mut.

»Du packst das!«, sagten die Leute. »Unsere Marlene! Wenn nicht du, wer dann? Wir drücken dir die Daumen. Was soll da schon schiefgehen?«

Irgendwann wurde ihr das Gerede zu viel. Für Marlene sah es beinahe so aus, als schmückte sich manch einer damit, jemanden persönlich zu kennen, der am Marathon teilnahm. Dieser Eindruck befremdete sie und sie beschloss, keinen weiteren Gedanken mehr daran zu verschwenden. Alles, was sie wollte, war eine möglichst gute Vorbereitung, um eine ausgezeichnete Zeit zu laufen. Dass jedes Jahr tausende Zuschauer am Straßenrand standen, die den Sportlern auf der Strecke zujubelten – also dieses Mal auch ihr – war für sie Ansporn genug.

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe