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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


27.07.2016 - Im Augenblick liegt unsere Chance

Im Augenblick liegt unsere Chance. Wenn man die Nachrichten der letzten Wochen verfolgt, kann einem angst und bange werden. Überall Terror, Tod, unmenschliches Leid. Wie damit umgehen?

Zunächst einmal sei darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, sich die Auseinandersetzung mit Fernsehbildern und Radiomeldungen dazu gut einzuteilen. Auch sollte man nicht ständig im Internet nach den neuesten Informationen zum aktuellsten Anschlag Ausschau halten. Das löst bloß negativen Stress aus.

Wer kann sich schon permanent mit der Bedrohung, die scheinbar aus dem Nichts kommt, befassen, ohne irgendwann depressiv oder verängstigt zu sein?

Viele Leute sagen bereits, sie mögen gar keine Nachrichten mehr schauen. Besonders vor dem Schlafengehen sollten Berichte über Gewalttaten gemieden werden, denn sie könnten in unseren Träumen auftauchen und uns so den erholsamen Schlaf nehmen.

Aber was tun, wenn man doch mal von schlechten Gedanken überrollt wird, weil man sich informieren wollte?

Im Augenblick liegt unsere Chance. Wer sich von negativen Bildern lösen will, denke bitte an etwas Schönes. Das ist jederzeit und überall möglich und niemand anders muss etwas davon mitbekommen, es sei denn, Ihnen liegt etwas daran, sich mitzuteilen und so für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen.

Genauso wichtig ist es, ganz bewusst im Hier und Jetzt zu leben und sich klarzuwerden, dass wir auf die Vergangenheit keinen Einfluss mehr haben. Nur der Augenblick zählt. Die Zeit besteht aus unzähligen Augenblicken. Sie reihen sich aneinander und werden so zu Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, einem ganzen Leben. Es liegt an uns, wie wir damit umgehen. Den Augenblick genießen, ist eine Kunst und wir alle können lernen, sie zu beherrschen.

Atmen Sie nur mal ganz bewusst tief ein und aus und achten Sie dabei auf den Luftstrom, der durch Ihren Körper hindurchfließt. Sie atmen immer, aber wann sind Sie sich dessen wirklich bewusst?

Oder gehen Sie mal durch einen Garten oder einen Park. Schauen Sie ganz bewusst auf die bunte Farbenpracht der Blumen, lehnen Sie sich gegen einen alten großen Baum und betasten Sie seine Rinde. Ich sage Ihnen, das ist die Chance auf wunderbare Augenblicke und eine Erfahrung, die Sie wieder in Ihre Mitte bringt. Später können Sie sich daran erinnern und Sie werden wieder das gute Gefühl Ihres Garten- oder Parkbesuchs verspüren.

Der Terror wird sich leider nicht legen, aber mit einer gewissen Achtsamkeit für sich selber sind Sie gegen die schlimmen Nachrichten gewappnet, denn im Augenblick liegt unsere Chance.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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