Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


08.04.2017 - Kein Zweifel

Kein Zweifel – das wäre fatal. Auch wenn wir diesen eher unangenehmen Zustand ausmerzen und am liebsten zum Mond schießen wollen, so ist er doch für viele von uns ein ständiger Begleiter.

Besonders die Kreativen haben es mit Zweifeln, mit Selbstzweifeln nämlich, zu tun. Und sie fragen sich: Bin ich auch wirklich gut genug? Kommt meine Arbeit an? Fehlt etwas? Vielleicht muss ich noch ein Detail hinzufügen? Ist mein Werk zu lang oder zu kurz, zu dick oder zu dünn, zu groß oder zu klein, zu bunt oder zu farblos?

Zweifellos kennen Sie solche Gedanken. Die Schauspielerin Iris Berben hat einmal gesagt, sie mag, ja sie brauche den Zweifel, denn er sorge dafür, dass sie – auch nach vielen Berufsjahren auf der Bühne und vor der Kamera – noch immer mit sich ins Gericht geht, ihre Leistungen überprüft und hinterfragt, um sie zu verbessern.

Wenn wir es dieser großartigen Schauspielerin gleichtun und dabei ein gesundes Maß Selbstkritik zugrunde legen, können die Selbstzweifel also eine Bereicherung sein.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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