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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


30.10.2014 - Loben Sie sich selber

Eigenlob stinkt, so heißt es in der bekannten Redewendung. Aber weshalb ist es eigentlich so verpönt, eigene Stärken hervorzuheben? In Bewerbungsgesprächen wird sogar ausdrücklich danach gefragt. Und dann gibt es auch noch den Ausspruch: „Du sollst dein Licht nicht unter den Scheffel stellen“.

Eigenlob hat etwas Anrüchiges. In Gesellschaft gilt man schnell als arrogant, wenn man davon berichtet, wie prima man etwas hinbekommen hat. Ich finde das schade. Selbstverständlich spielt der Ton, in dem man erzählt, eine wichtige Rolle. Ich glaube dennoch, dass auch ein sich selber lobender Mensch dabei bescheiden bleiben kann. Dies ist allerdings eine Kunst.

Könnte es sein, dass Ihnen gerade jetzt ein Lob besonders gut täte, aber niemand in Sicht ist, der es ausspricht? Dann ergreifen Sie doch ganz einfach die Initiative und loben Sie sich selber.

Schreiben Sie sich einen Brief. Beginnen Sie mit der Anrede und dem Datum. Notieren Sie alles, was Ihnen in letzter Zeit gut gelungen ist oder womit Sie andere Leute glücklich gemacht oder ihnen geholfen haben. Schreiben Sie auf, welche beruflichen bzw. privaten Erfolge Sie vor Kurzem für sich verbuchen konnten. Das macht Spaß und gibt Ihnen Selbstvertrauen.
Beenden Sie den Brief an sich selber mit einem lieben Gruß und stecken Sie ihn in einen Umschlag. Darauf kommen Ihre Anschrift und eine Briefmarke. Schicken Sie den Brief ab, und innerhalb weniger Tage werden Sie sich über ein ganz persönliches Schreiben, das eine Menge Eigenlob enthält, freuen können.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Vergnügen.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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