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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


02.02.2016 - Miesmacher

Miesmacher - das sind Leute, die ständig nach dem Haar in der Suppe suchen und es meistens auch finden. Es gibt sie überall. Sie verbreiten schlechte Stimmung und wenn man nicht aufpasst, untergraben sie mit ihrem dauernden Genörgel jeglichen Optimismus. Zuversicht scheint ihr “natürlicher Feind“ zu sein. Frei nach dem Motto: „Wer sich keinerlei Hoffnung macht, der kann auch nicht enttäuscht werden, falls es mit einem Projekt oder etwas anderem, das man sich vorgenommen hat, nicht klappt.“

Miesmacher sind höchst selten unbeschwert. Sie können sich auch nicht mit jemandem freuen, der gerade einen neuen Job oder eine Wohnung gefunden hat. Miesmacher sehen nur das Schlechte. Der Gedanke an einen Erfolg hat in ihrem Kopf keinen Platz.

Bedauerlicherweise betrifft das auch sie selber. Miesmacher gehen die Dinge skeptisch an und rechnen eher nicht damit, komplikationslos ans Ziel zu gelangen. Sollte es dann doch einmal geschehen, machen sie sich jederzeit auf einen Reinfall gefasst.

Miesmacher sind keine depressiven Menschen. Es fällt ihnen nur schwer, durch die rosarote Brille zu schauen – vielleicht, weil sie aufgrund schlechter Erfahrungen misstrauisch und übervorsichtig geworden sind. In diesem Fall wäre ein positives Erlebnis besonders wichtig und wünschenswert!

Miesmacher hat niemand gern um sich. Sie sind anstrengend, bremsen alles aus und ihre Schwarzmalerei kann einem auf die Nerven gehen. Das gilt ebenfalls für den umgekehrten Fall. Leute, die immer nur das Gute sehen, verlieren den Blick für Unwägbarkeiten, die einem Projekt evtl. innewohnen und handeln voreilig.

Wie so oft, ist der gesunde Mittelweg ratsam. Nicht gleich kritiklos und naiv drauflos zu stürmen, sondern sich einer Sache bedächtig anzunähern, heißt die Devise.

Lassen Sie mich mal träumen: Wenn wir alle respektvoll miteinander umgehen, gibt es sie vielleicht eines Tages nicht mehr, die Miesmacher.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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