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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


04.07.2016 - Raum für etwas Neues schaffen

Raum für etwas Neues schaffen, was heißt das eigentlich? Ich denke, da gibt es viele Möglichkeiten. Eine ist, sich von alten Klamotten zu trennen. Man könnte seinen Kleiderschrank durchgehen und alles aussortieren, was einem nicht mehr gefällt oder was seit über einem Jahr ungetragen auf dem Bügel hängt. Probieren Sie es einmal aus. Sie glauben gar nicht, wie viel da zusammenkommt. Und dann das gute Gefühl, wieder Platz für Neues zu haben.

Aber gehen Sie es wohlüberlegt an. Mit jedem Kleidungsstück ist ein Teil Ihrer Lebenszeit verbunden. Es steckt voller Erinnerungen, vielleicht an eine bedeutende Familienfeier, wie die Hochzeit der Schwester? Den ersten Arbeitstag in der Firma? Es hat sie begleitet, geschmückt, Ihnen Schutz vor Kälte und Nässe oder der Sonne geboten. Doch irgendwann ist es damit vorbei und man wünscht sich Raum für etwas Neues.

Manch einem fällt es leichter sich von alten Hosen und Blusen zu trennen, als dem Anderem. Das ist immer eine Frage der persönlichen Neigung. Lange getragenes Schuhwerk wegzugeben, ist für viele besonders schwierig. Mir geht es da nicht anders.

Räume für etwas Neues zu schaffen, ist aber nicht nur mit Verlust verbunden. Es kann befreiend und reinigend wirken. Weg mit dem überflüssigen Kram! Und wenn der Kleiderschrank nicht mehr aus allen Nähten platzt, weiß man das, was noch da ist, hinterher auch wieder viel eher zu schätzen.

Ihre Marina Frank


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Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe