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01.02.2017 - Sich selber treu bleiben

Sich selber treu zu bleiben, ist gar nicht so einfach – besonders, wenn es wie heutzutage so viele Einflüsse gibt, die gezielt auf uns einwirken. Das Internet, die Werbung, etc. stellen hier eine echte Herausforderung dar.

Sich selber treu zu bleiben heißt, seinen eigenen Weg zu gehen, die eigene Meinung zu vertreten und sei sie für andere auch noch so unbequem. Sich selber treu zu bleiben bedeutet auch mal Nein zu sagen, gegen den Strom zu schwimmen, ausgetretene Pfade zu verlassen und Neues zu wagen. Das ist riskant, aber es kann sich lohnen, denn auf diese Weise entdeckt man Seiten an sich, die einem selber bislang vielleicht noch verborgen geblieben waren.

Sich selber treu zu bleiben, heißt Grenzen zu setzen, nicht alles mit sich machen zu lassen, Ziele anzugehen, scheinen diese für andere Leute auch noch so abwegig. Das kann Kraft kosten, weil man evtl. auf Widerstände stößt. Sein Fähnchen immer nach dem Wind zu richten, dagegen nicht. Wer das eigene Glück an den Wünschen und Erwartungen seiner Mitmenschen festmacht, verliert sich selber aus den Augen und untergräbt eigene Bedürfnisse. Das macht unzufrieden, wenn nicht sogar krank.

Den Kreativen unter uns sei dringend ans Herz gelegt, sich selber treu zu bleiben. Nur so holt man das Beste aus sich heraus, gibt der Fantasie den nötigen Freiraum, den sie braucht, um sich zu entfalten. Das eigene Handeln bekommt eine ganz persönliche Note. Die Gefahr, bereits bekannte Künstler zu imitieren, minimiert sich.

Wer sich selber treu bleibt, ist ehrlich, darf auch mal zweifeln. Nichts wird geschönt, verharmlost oder verniedlicht. Sich selber treu zu bleiben, heißt auch, für Kritik offen zu sein und diese sowohl im Negativen, als auch im Positiven anzunehmen. Gegen gute Tipps ist schließlich nichts einzuwenden.

Ich bin auch immer dankbar dafür und versuche, mir treu zu bleiben.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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