Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


27.01.2015 - Streicheleinheiten für die Seele

Das kann ich gut. Damit kenne ich mich aus. Wer das von sich sagen kann, versprüht Sicherheit, Selbstbewusstsein, Professionalität, ist souverän und glänzt mit seinen Fähigkeiten. Etwas zu beherrschen, macht Eindruck. Es hört sich gut an und vermittelt Stärke. Ob beruflich oder privat, spielt dabei kaum eine Rolle. Wer über ein Sachgebiet bestens informiert ist oder ein Hobby ausübt, bei dem er als Sieger dasteht, der kann mit Fug und Recht stolz auf sich sein.

Jeder von uns hat eine oder sogar mehrere Begabungen. Die Kunst besteht darin, sie zu entdecken und zu fördern. Oft zeigen sie sich bereits im Kindesalter, werden aber nicht ernst genommen und verschwinden wieder in der Versenkung. Ein Mädchen, das auffällig oft zeichnet, ein Junge, der hervorragend Fußball spielt, ein anderes Kind ist sehr musikalisch oder ein weiteres kann sich sehr gut Zahlen merken und ist vom Sternenhimmel fasziniert. All das sind Hinweise auf Begabungen. Im Erwachsenenalter tauchen diese Fähigkeiten dann oft wieder als Hobby auf und lassen uns glänzen.

Wenn es mal nicht so gut bei Ihnen läuft, weil Sie gerade eine Pechsträhne haben und es unmöglich ist, mit Ihrer Begabung zu glänzen, denken Sie daran, wie das wäre, sie voll auszuleben. Erinnern Sie sich an Ihre persönlichen Erfolge und die Bewunderung anderer, die sie schon für Ihr Können bekommen haben. Lassen Sie sie wie eine warme Dusche über den ganzen Körper laufen und baden Sie in dem Gefühl, die volle Aufmerksamkeit zu haben. Genießen Sie diese Erinnerungen und machen Sie sie zu Streicheleinheiten für die Seele.

Sagen Sie es ruhig einmal laut: Das kann ich gut. Damit kenne ich mich aus.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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