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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


24.01.2017 - Stress

Stress ist vielschichtig. Er kann krank machen, etwa Lärm bedingter Stress oder – wenn er mit positiven Aspekten verbunden wird – dafür sorgen, dass man über sich hinauswächst, bei der Arbeit beispielsweise.

Wer ist heutzutage eigentlich nicht im Stress?

Ich habe manchmal den Eindruck, je abgehetzter wir sind und je voller der Terminkalender, desto bedeutender kommen wir uns vor, aber warum ist das so? Was bringt uns zu der Annahme, Zeitmangel mache besonders eingespannte Mitmenschen interessanter als diejenigen, die nicht ganz so viel vor haben und sich auch mal eine Pause, einen freien Platz im Terminplaner gönnen? Ich beobachte dieses Phänomen nun schon seit geraumer Zeit. Aber es will mir einfach nicht einleuchten.

Über zu viel Zeit zu verfügen, kann ebenfalls zu negativem Stress führen. Es kommt immer darauf an, was wir mit der jeweiligen Situation verbinden. So empfinden manche das Nichtstun über einen längeren Zeitraum als einen Urlaub als stressig. Die meisten von uns brauchen eine Aufgabe. Den ganzen Tag „nur“ herumzusitzen, macht unzufrieden. Was fehlt, ist die Herausforderung, das Erfolgserlebnis. Wir fühlen uns nicht ausgelastet, schlafen schlecht und haben nichts zu erzählen.

Auf etwas zu warten kann ebenfalls mit großem Stress verbunden sein. Man wird kribbelig und tigert im Zimmer hin und her.

Ärger, der über einen längeren Zeitraum andauert, zum Beispiel mit Nachbarn, ist der pure negative Stress und auch dieser kann krank machen.

Dagegen erzeugt ein neues Projekt, auf das man sich freut und in das man all seine Fähigkeiten, Erfahrungen, sein Wissen, seine Energie hineinsteckt, positiven Stress. Ob beruflich oder privat, solange Sie sich dabei wohlfühlen, werden Sie jede Schwierigkeit als Herausforderung sehen und diese sicher bewältigen.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und ausschließlich positiven Stress.

Ihre Marina Frank


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Sich selber treu bleiben

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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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