Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


20.08.2014 - Vom Skandal zum Buch - Teil 1

Die Zeitungen waren voll davon. Im Februar 2005 hatten mehrere Menschen in Deutschland Organe erhalten, die mit dem Tollwut-Virus verseucht waren. Anstatt freudig und erwartungsvoll in die Zukunft zu blicken, rangen sie nun mit dem Tod. Ein Skandal!
Wer gesund ist und niemanden kennt, der oftmals jahrelang - manchmal sogar vergeblich - auf ein neues Organ wartet, kann sich beruhigt zurücklehnen. Ihm geschieht ja nichts. Vielleicht bekommt er beim Zeitungslesen eine leichte Gänsehaut oder es läuft ihm ein Kribbeln den Rücken hinunter. Ist ja auch gruselig, sich vorzustellen, Tollwut zu haben.
Für die Boulevardpresse sind solche Horror-Ereignisse ein gutes Geschäft. Sie leben schließlich davon.
Ich habe mich damals nicht zurückgelehnt. Der Schock saß zu tief, um einfach zur Tagesordnung überzugehen. Aber was tun? Zunächst habe ich mit Freunden und der Familie über die unfassbaren Zeitungsmeldungen gesprochen. Sie gingen allen unter die Haut. Man muss sich nur einmal klarmachen, wie schnell man selber in die Situation geraten kann, ein neues Organ zu benötigen. Es reicht, krank zu werden oder einen Unfall zu haben, bei dem beispielsweise die Leber so schwer verletzt wird, dass man eine neue braucht. Wenn sie dann verfügbar ist, will sich wohl niemand von uns mit Tollwut infizieren!
Ich will hier kein Horror-Szenario aufbauen! Das liegt mir fern.
„Schön und gut“, werden Sie nun sagen. „Aber wieso dann erst jetzt das Buch, nach Jahren?“
Dazu in Kürze mehr!

Ihre Marina Frank


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Esperanza - Leseprobe gefällig?

Hier ein kurzer Auszug aus der Geschichte „Das Ziel“:

Marlene wollte den Hamburg-Marathon mitlaufen. Es waren noch drei Wochen bis zum letzten Sonntag im April, dem Tag, an dem das städtische Großereignis jedes Jahr stattfand. Sie fieberte dem Termin entgegen und konnte es kaum erwarten, die 42,195 km lange Strecke in Angriff zu nehmen. Allein für den Versuch erntete Marlene in ihrem Freundeskreis große Bewunderung. Man blickte zu ihr auf und machte ihr Mut.

»Du packst das!«, sagten die Leute. »Unsere Marlene! Wenn nicht du, wer dann? Wir drücken dir die Daumen. Was soll da schon schiefgehen?«

Irgendwann wurde ihr das Gerede zu viel. Für Marlene sah es beinahe so aus, als schmückte sich manch einer damit, jemanden persönlich zu kennen, der am Marathon teilnahm. Dieser Eindruck befremdete sie und sie beschloss, keinen weiteren Gedanken mehr daran zu verschwenden. Alles, was sie wollte, war eine möglichst gute Vorbereitung, um eine ausgezeichnete Zeit zu laufen. Dass jedes Jahr tausende Zuschauer am Straßenrand standen, die den Sportlern auf der Strecke zujubelten – also dieses Mal auch ihr – war für sie Ansporn genug.

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe