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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


28.06.2016 - Zeitgefühl

Mit dem Zeitgefühl ist das so eine Sache. Manchmal meint man, die Minuten vergehen wie im Flug. Das geschieht immer dann, wenn wir etwas Schönes erleben. Dann wiederum, besonders, wenn man dringend auf etwas wartet, scheint die Zeit stillzustehen.

In manchen Situationen wünscht man sich das vielleicht sogar, weil ein schmerzhafter Abschied von einem geliebten Menschen bevorsteht, den man lange nicht wiedersehen wird.

Die Zeit bestimmt unser Leben. Sie ist die Richtschnur, an der wir uns tagtäglich orientieren. Ohne sie läuft nichts und wer über ein gutes Zeitgefühl verfügt, ist eindeutig im Vorteil. Für alle anderen gilt, sich mithilfe eines Weckers, beispielsweise am Handy, an Termine erinnern zu lassen. Man will doch nicht zu spät kommen.

Zeitgefühl hat auch etwas mit Rhythmus (Takt) zu tun und ist in der Musik von Vorteil. Wer ein gutes „Taktgefühl“ mitbringt, verirrt sich nur selten und versäumt keinen Einsatz. Taktgefühl kann nie schaden, auch nicht im „richtigen“ Leben.

Nach Operationen mit Vollnarkose hat man sein Zeitgefühl verloren. Das ist kein Wunder. Wurde man doch mitten aus dem Wachzustand heraus in künstlich erzeugten Tiefschlaf gelegt und wieder daraus geweckt.

Das Zeitgefühl zu verlieren, weil man in die Arbeit oder eine andere Beschäftigung vertieft ist, etwa eine Meditation, ein Buch, etc. kann richtig guttun. Wir alle denken viel zu viel in Minuten, Stunden und Tagen.

Lassen wir uns nicht entmutigen. Auf schöne Zeiten!

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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